Ist das Ezidentum wirklich nur eine reine Religion?

Einführung

Das Volk ohne Anwalt - Kultur, Sprache, Land und Religion in Kurdistan – eine kritische und selbstreflektierende Darstellung:

Der bekannte yezidische Gelehrte und Autor ISSA(2007) legt dar, dass Yeziden nicht Muslime, nicht Christen und auch nicht Zarathustrier sind.

Die Yeziden – von der Volkszugehörigkeit her Kurden, wenn nicht sogar die Urkurden überhaupt – leben heute vor allem verteilt auf verschieden Herkunftsländer.

Oft wird zwischen Worten und Begriffen unterschieden, ob von der Schreibweise her oder auch von der Bedeutung: Die Yezide und Kurden sind von ihrer Schreibweise her anders, aber die Kurden müssen aus dem Yezidentum hervorgegangen sein. Nach dem oft im Internet kursierende Zitat:
"Alle Yeziden sind Kurden, aber nicht alle Kurden sind Yeziden."

Ich möchte hier nicht falsch aufgefasst werden noch falsch verstanden werden. Doch dieses Thema ist sensibel und birgt in sich viele falsche Behauptungen, Yeziden würden sich von Kurdistan bzw. Kurden abspalten. Was nicht der Tatsache entspricht.

Wie soll das gehen, wenn es das Zentrum und Kern von dem darstellt, was es meint und ohne diese Hauptkomponente bzw. Wurzel nicht überlebensfähig ist.

Ich möchte hier nur daran erinnern, dass nicht nur die Religion davon abhängt und damit geklärt werden soll, sondern auch die Kultur, Sprache, Philosophie, Feste, Feiern etc.

Was uns Yeziden ausmacht ist nicht nur die Religion, sondern wie o.g. darlegen vor allem Sprache und Kultur.

Würde das Yezidentum mit aller Macht entwurzel, so würden die Äste davon vertrocknen und sich ablösen und alle Kurden würden den wesentlichen Kern Ihres dasein für immer verloren haben.

Wenn sie es nicht geschaft hätten 72. Pogrome zu überleben, was wäre uns Kurden überhaupt als Kultur, Sprache, Tradition, Feste und Feiern geblieben??
Nur die wenigen selbsktischen Wissenschaftler nicht yezidischer Abstammung bringen es auf dem Punkt:
"Null komma nichts!"

In einer dominant herrschenden Welt, wo der radikale Islam mehr und mehr an Macht gewinnt, bahnt sich ein weitere Keil zwischen Yeziden und Kurden. Ein fanatische Ausrichtung hat schon viele Progrome an den Yeziden, Christen und Chaldär gezeigt. Auch das Aktuelle Progom vor ca 1 1/2 Jahren an die Yeziden im Shingal macht das noch Mal deutlich.

Es gibt nur einen Weg und das ist Die Wahrheit.

Warum also gibt man das nicht zu und wertschäzt seine Wurzeln?

Es fällt mir sehr schwer, dasss die Yeziden einfach nur als eine Minderheit mit einer kleinen Religionsgemeinde dargestellt und behandelt werden.

Wir sind nicht mehr viele, sagen viele Yeziden. Aber würden wir einen Anwalt bzw. Richter haben, der würde die Wahrheit nicht verleugnen und sagen ihr seit die orginal Kurden und nicht nur Yeziden alleine.

Es wird auch noch eine andere fatale Auslegung vorgenommen und scharf diskutiert. Die Yeziden werden seit kurdische Parteien sich diesem Problem angenommen haben sie als Zarathustrie hingestellt und behandelt.

Viele vergessen, dass es Argumente gibt, die für die Gemeinsamkeiten sprechen, aber dass es auch sehr viele Unterschiede gibt.

Eine Zusammenfassung der Unterschied zwischen Yezidi und Zarathustrie(Zerdesti) habe ich aus dem Buch von Issa(2008) entnohmen:

Eine Bemerkung zuvor: Aber eins verstehe ich nicht, warum bestehen ausgerechnet immer unsere moslemischen Kurden darauf, dass die kurdische Urreligion der Zarathustrismus und nicht das Yezidentum ist?!”

Gemeinsamkeit bei beiden Religionen sind zwar die vier Lebenselemente, Feuer, Erde, Luft und Wasser heilig, aber permanente Unterschiede gibt es nach ISSA(2007), 1-11 Punkte)

1. Das heilige Buch der Zarathustrier heißt "Avesta" und die der Ezidi "Meshafa Res" und "Kitaba Celwa", "Das Schwarze Buch" und "Das Buch der Offenbarung".

2. Die Ezidi haben weder in ihren mündlichen(Qewl´s) noch schriftlichen Überlieferungen(Heiligen Büchern) mit einem Wort Zarathustra oder Avesta erwähnt.

3. Die heutigen Zarathustrier werden dem persischen, die Ezidis hingegen dem kurdischen Volk zugerechnet.

4. Es sind Unterschiede in der Bestattung der Toten festzustellen: Während die Ezidi ihre Toten in der Erde bestatten, werden tote Zarathustrier auf die "Ewigen Türme" gelegt, damit die Leiche von Aasfressern, z.B. von Geiern, vernichtet wird. Eine Erdbestattung würde nach der Ansicht der Zarathustrier die Erde "beschmutzen".

5. Im Mittelpunkt des ezidischen Glaubens steht der Erzengel Tawûsî-Melek. Die Rolle dieses Erzengels fehlt im zarathustrischen Glauben gänzlich.

6. Die Ezidi unterscheiden sich von den Zarathustriern durch das Tragen eines bestimmten Kleidungsstücks, nämlich "Pisîra Êzîd".

Was ist "Pisîra Êzîd" wirst du dich fragen?

Jeder fromme, erwachsene Ezidi ist verpflichtet, ein weißes und von der sogenannten Schwester im Jenseits (in der anderen Welt) eigenhändig geschnittenes Kleid mit einem speziellen Kopfausschnitt, vergleichbar mit einem runden Kragen, unter seinen täglichen Kleidern zu tragen. Dieser Brauch ist bis heute erhalten geblieben, und er fehlt bei den Zarathustriern.

Dr. Pîr Memo Othman, ein bedeutender Ezidi-Gelehrter, beschreibt in ähnlicher Weise wie Issa.
Die Löcher im Kleidungsstück symbolisieren die neun Planeten, die die Sonne umkreisen, und der herausragende Kopf des Menschen symbolisiert die Sonne. Dies ist ein Brauch der altertümlichen Mithra-Kultur, die noch vor der zarathustrischen Ära einer Form der Sonnenanbetung nachging und ein weiterer Beleg dafür, daß die ezidische Religion viel älter ist als die zarathustrische. “

7. Die alten Völker in Mesopotamien, wie z.B. die Assyrer, bezeichneten die Ezidi und Zarathustrier unterschiedlich.
Während die Ezidi von den Assyrern "Dassnaya" genannt werden, werden die Zarathustrier "Tirhiya" genannt.
Die Aramäer, die die Zarathustrier gar nicht kannten, nennen heute noch die Ezidi "Celkoye", vermutlich nach dem großen ezidischen Stamm der Celkan in Tour Abidin in der heutigen Provinz Mardin.

8. Während sich die zarathustrische Religion als Offenbarungsreligion versteht, ist die ezidische Religion durch einen mehrere Jahrtausende dauernden Prozeß zustande gekommen.
Es fing an mit der Feuer- über die Sonnenanbetung und Verherrlichung der vier Lebenselemente, Feuer, Erde, Luft und Wasser und ging über zum Glauben an die Existenz eines einzigen Gottes und deren Prinzipien Gut und Böse.
Im letzten Stadium entwickelte sich der Glaube an den einzigen und guten Gott "Ezda" und seinen Erzengel Tawûsî-Melek.

9. Das Verhältnis zwischen den beiden Religionen ist mit dem Verhältnis des Christentums zum Judentum vergleichbar.

Es ist klar, daß sich die christliche Religion vom Judentum abgespalten hat. Jesus und alle seine Jünger stammten aus jüdischen Familien. Man kann sagen, daß die christliche Religion Bestandteile des Judentums hat, aber nicht umgekehrt. Die Christen vereinnahmten zum Beispiel das heilige Buch der Juden ("Thora") und nannten es das "Alte Testament". Der zweite Teil der christlichen Bibel ("Neues Testament") hingegen ist umgekehrt nicht Bestandteil des jüdischen Glaubens, und Jesus war darin kein Prophet. Die Juden haben bis heute die christliche Religion nicht eindeutig toleriert. Die heutigen Ezidis hingegen sind der zarathustrischen Religion gegenüber offener.

10. Die Ezidi glauben an die Wiedergeburt des Menschen und demnach verläuft das Leben kreisförmig. Der Mensch ist frei geboren und hat freie Wahl im Leben. Ein Mensch ist gut, wenn er gut denkt, gut redet und sich gut verhält. Gute Taten führen zur Ganzheit und Ewigkeit. Hat der Mensch aber böse Entscheidungen getroffen, so muß er sich solange bemühen, bis er das Licht, den richtigen Weg und die Wahrheit gefunden hat. Seine Seele ist dann rein und kann dann im Himmel aufgenommen werden. Herr Dr. Jamal Nebez, ein kurdischer Orientalist, vergleicht die Grenze zwischen Tod und Leben im ezidischen Glauben mit dem Tauchen einer Ente im Wasser bei der Suche nach Nahrung. Sie taucht an einer Stelle unter und kommt woanders wieder hoch.
In der zarathustrischen Religion fängt das Leben bei einem Punkt an und geht horizontal unendlich weiter. Das steht im Widerspruch zu den Darstellungen in der ezidischen Religion.

11. Schließlich werden die von Scheich Adi eingeführten Reformen von den Anhängern der zarathustrischen Religion nicht anerkannt, während sie für die Ezidi unantastbar sind.

(Quelle: www.yeziden.de"und Chaukeddin Issa: Das Yezidentum.Religion und Leben. 2007)

Kann das vielleicht, was damit zu tun haben, dass man bloß nicht sagen will, dass man seine Wurzeln auf eine Religion zurückführen kann die keinen Staat haben.

Die hier dargelegten wesentliche Punkte legen klar und deutlich dar, dass Yeziden keine Zarathustrie sind und nach yezidischem Verstädnis nie werden können, obwohl die meisten anderen Kurden nicht Yeziden das gerne wären. Warum eigentlich?? Was haben Sie also davon bzw. welche Vorteile sind damit verbunden?

Freue mich für eine offene Diskussion mit konstrikiver Kritik, um solche Themen kritisch und mit Argumentation wissenschaftlich zu durchleuchten.

Bi silavê dostanî.

Hakimi Luqman

Pss: Nicht auf jeden Komme achten, vielmehr auf den Textinhalt und das verstehen des Textes sind das wesentliche!!

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Bild von Özkan

Zunächst ein Mal sollten wir Klarheit schaffen, was mit Religion gemeint ist. Eine allgegenwärtige Legaldefinition, die alle religiösen Strömungen mit einbezieht, wäre nicht machbar. Die Pluralität möglicher Religionsbegriffe ist prinzipiell nicht ausschließbar, es scheint fast unmöglich zu sein, sich auf eine allgemeingültige Definition zu verständigen.
(vgl. Falk Wagner, Was ist Religion, S. 12f.)

Jedoch wäre es Möglich eine soziologische bzw. religionssoziologische Betrachtungsweise, als Abgrenzung heranzuziehen um die Begrifflichkeit besser zu bestimmen.

„Religion ist die einer sozialen Gruppe gemeinsame Struktur von Rede- und Handlungsweisen, welche sich auf bestimmte Mächte beziehen, die von den an sie Glaubenden als vor ihrer natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt existierend und über ihr stehend, als personifiziert oder unpersönlich, als Vielzahl oder als Einheit betrachtet werden und angesichts derer die Glaubenden zum Ausdruck bringen, dass sie sich von ihnen geschaffen, regiert, geschützt, bedroht…und daher abhängig wissen, wobei sie sich zudem zu einem bestimmten gesellschaftlichen Verhalten ihren „Ebenbildern“ gegenüber verpflichtet fühlen“.
(vgl. Otto Maduro, Religion und gesellschaftliche Auseinandersetzung, S. 30f.)

In der yezidischen Religion basiert der Glaube an eine übernatürliche Kraft auf der göttlichen Manifestation, dem Engelssystem und dem dualistischen Prinzip.

Nach dieser Betrachtungsweise, können wir das Yezidentum unter dem Religionsbegriff subsumieren. Da die fundamentale Religionssprache kurdisch ist, kann daraus geschlossen werden, dass eine enorme Relation zwischen des kurdischen Daseins und der yezidischen Religion besteht.

Die kurdische Identität

Das Hauptproblem, das in der kurdischen Gesellschaft herrscht ist die soziale Identitätskrise. Wie schon auch hevalê Abdul erwähnt hat, gab es bis Dato keine statische kurdische Identität. Die Kurden haben sich mit Ihren Clans und Religionen artikuliert. Eine allgemeingültige Nationalidentität war nicht gegeben, dies liegt an den geschichtlichen Ereignissen.

Soziologisch Betrachtet

Wer von einer lebendigen Gemeinde in eine Umwelt wechselt, die ihre
bisherigen religiösen Grundüberzeugungen nicht bestätigt und sich der
gewohnten Sanktionsmechanismen entbehrt, wird seine Identität schon
nach kurzer Zeit verloren haben, es sei denn, er unternimmt gezielt
zusätzliche Anstrengungen zu ihrem Erhalt. Diese zusätzlichen
Anstrengungen können durchaus darin bestehen, die religiöse Praxis
gewissenhaft zu befolgen.

Nun, da in der kurdischen Gesellschaft die Individuen sich mit religiösen Überzeugungen bestätigt fühlen; kommt es zu einer Kollision wenn Sie eine Fremde Religion in Ihrer Umgebung haben. Der Kausale Zusammenhang liegt auf der sozialen Identitätslosigkeit der Kurden. Allerdings etabliert sich seit den 80ziger Jahren eine soziale kurdische Identität, die frei von Religion und Clan Relationen ist.

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Ji Bo Kurdistan

Bild von Abdul

Zum Inhalt selbst:

Eine gute Übersicht zum Thema "Unterschied Zarathustrier und Yeziden". Zum eigentlichen Titel passt aber nur der erste Abschnitt. Ich würde gerne mehr hierzu erfahren. Ich hatte vor kurzem eine Interessante Disskusion mit einem Yeziden und einem Aramäer zu den Themen, die hier angesprochen werden:

- Kurden und der Glaube als Hinderniss für Einigkeit vor allem bei den Sunniten.

- Ursprung der Kurden, also ob alle Kurden früher Yeziden waren.
- Yezidentum und die Problematik, des Übertritts zum Glauben.

Zu den genannten Punkten aus dem Text von Issa kann ich soweit nichts sagen, da ich mich in der Materie nicht so gut auskenne. Sicherlich werden die Unterschiede stimmen und auch belegbar sein.

Zum ersten Abschnitt: Sicherlich sind und waren die größten Feinde der Yeziden in Kurdistan die Moslems. Auch wenn ich gern wissen würde, woher die Zahl 72 kommt. Des Weiteren würde ich aber den Begriff "Pogrom" seltener benutzen. Sicherlich können die meißten Verfolgungen der Yeziden durch Moslems als Pogrom bezeichnet werden. Aber den aktuellen von dir genannten Fall würde ich nicht dazu zählen. Generell ist der Begriff Pogrom sehr problematisch, da er durch die Verfolgungen während der NS-Zeit stark belastet ist.
Ich würde deinen Satz:"Alle Yeziden sind Kurden, aber nicht alle Kurden sind Yeziden." erweitern, indem ich behaupten würde, dass nicht alle heutigen Kurden vorher Yeziden waren. Sicherlich werden ein Großteil der Kurden vor der Islamisierung Yeziden gewesen sein. Aber der Begriff Kurde ist eine Bezeichnung für eine Gruppe von Menschen, die sich heute als Kurden sehen und somit eine Nation bilden. Das ist aber promlematisch, da der Nationsbegriff noch sehr jung ist. Ich will damit sagen, dass sich die Menschen früher eher nicht als Kurden gesehen haben, sondern als Moslem, Yezide, Christ etc. und als angehöriger eines bestimmten Clans. Des Weiteren wurden nicht nur Yeziden Zwangsislamisiert, sondern z.B. auch Christen und Aleviten. Außerdem wissen wir nicht, ob es damals nicht auch noch andere Religionen bei den Kurden gegeben hat, die es heute nicht mehr gibt. Will sagen, Alle Yeziden sind Kurden, aber nicht alle Kurden waren Yeziden. Vor allem da das heutige Yetidentum nicht so leicht mit dem damaligen verglichen werden kann. Denn durch die von dir angesprochenen Reformen hat sich das Yezidentum stark gewandelt, auch wenn die Religion an sich weiter geführt wurde und es eine Kontinuität der Mitglieder gegeben hat.
Um noch einmal auf die Disskusion mit den Freunden zurück zu kommen. Ich denke es ist eindeutig, dass die Kurden, vor allem die Sunniten, sich von den Osmanen haben missbrauchen lassen. Aber man muss dazu auch immer sagen, dass es letztendlich immer um Macht und Besitz ging. Wenn man ein Dorf der Yeziden übernehmen wollte, konnte man ja schlecht sagen: "Wir wollen euer Dorf, schenkt ihr es uns?" Man hat natürlich nach einem Vorwand gesucht, und der Glaube ist immer der erste Vorwand, wenn es um Macht geht. Das hat sich ja auch heute nicht geändert. Den Taliban ist der Glaube doch ziemlich egal gewesen. Man hat eben ein Mittel gebraucht, um sich zu rechtfertigen. Die Yeziden und Christen sind zwar auch wegen ihres Glaubens von den Kurden verfolgt worden, aber eigentlich ging es doch dabei immer nur um die Felder und den Besitz der Ermordeten oder Vertriebenen. Das es Massaker gegeben hat, wird auch keiner bezweifeln. Aber ich denke heutzutage muss sich das Yezidentum hier in Europa nicht mehr so vor den Moslems fürchten. Ich denke für die Yeziden hier in Europa sind die Moslems ein kleineres Übel. Das größere Übel nennt sich "Assimilation". Und das ist für die Yeziden ein viel größeres Problem als für uns Moslems, auch wenn es für uns schwierig ist. Denn es gibt nun mal im Yezidentum nur eine Form, um Yezide zu werden. Und das ist die Geburt. Man kann nur aus dem Glauben austreten, nicht aber wieder eintreten. Das ist vor allem deshalb problematisch, da selbst zwangsislamisierte ehemalige Yeziden nicht wieder zurück konvertieren können, selbst wenn es in der jüngeren Vergangenheit geschah. Zumindest nach meinem Wissenstand ist das so. Ich würde da gerne berichtigt werden, wenn es nicht stimmt. Und deswegen ist für mich Assimilation eine größeres Problem. Denn wir erleben finde ich momentan einen kulturellen Genozid an den Kurden. und zwar durch die Kurden selbst. Was der Iran, die Türkei, der Irak und Syrien nicht geschafft haben, vollbringen Coca-Cola und McDonalds in kürzester Zeit. Ich bin zwar keiner der an alten Bräuchen festhält, vor allem wenn es sich um jegliche Form des Zwangs und der Gewalt handelt. Aber ich betrachte mit Sorge die Entwicklung unserer Jugend, die alles "kurdische" für Rückständig und alt halten und kritiklos sich dem westlichen Lebensstyl angepasst haben. Natürlich gibt es Dinge in der kurdischen Kultur, die nicht mehr in diese Zeit und vor allem in diese Umgebung passen. Aber Kultur ist ja auch nicht etwas festes, das man nicht ändern kann. Kultur muss von den Mitgliedern der Gesellschaft weiter entwickelt werden und von ihr getragen werden.
Warum dieser kleine Einschub? Nun wenn ein Moslem zum Atheisten wird, Buddhist oder Christ, kann er immer noch zurück konvertieren. Ein Yezide aber eigentlich nicht. Und deswegen sind die Yeziden davon noch stärker betroffen als die anderen Kurden.
Ein weiteres Problem ist, wie ich finde, das Kastensystem. Das ist keine Kritik am Glauben selbst. Ich möchte hier nicht Missverstanden werden.
In einer Gesellschaft mit vielen Mitgliedern, ist das Kasten- system kein Hindernis. Aber in einer kleinen Gesellschaft hindert es die Mitglieder zu stark in der Partnerauswahl, da die Auswahlmöglichkeiten nun sehr begrenzt sind. Dadurch besteht die Gefahr, dass zuviele Mitglieder der Gesellschaft kinderlos bleiben, und so die Gesellschaft als ganzes kleiner wird. Dieser Kreislauf wird momentan durch die oben genannten äußeren Bedingungen und durch die interne Sperre nach außen für neue Mitglieder verstärkt. Wenn ein deutscher Christ und eine muslimische Kurdin heiraten wollen, ist das zwar schwierig, aber theoretisch möglich, da der Deutsche konvertieren kann. Beim Yezidentum ist das soweit ich weiss nicht möglich. Und Mischehen werden in naher Zukunft deutlich häufiger vorkommen, als jetzt.

Bild von Abdul

Das sollte keine persönliche Kritik von mir sein. Es hatte auch nichts mit dem Inhalt zu tun, sondern war nur ein Angebot von mir. Denn es ist schwer, den Text zu lesen, wenn in einem Satz das Verb fehlt. Natürlich hätte man den text wohl auch so verstanden und Tippfehler mit der Tastatur sind ja vor allem meine Spezializät Eye-wink. Aber es ist nun deutlich angenehmer ihn zu lesen

Bild von Hakimi_Luqman

@Abdul

Ich weiss, dass ihr seit Eurem Start mit dieser Seite und auch Eurer Vereinigung nicht ausgiebig mit solchen Themen beschäftigt habt. Hoffe, ass kommt vielleicht ja noch.

Für die paar Fehler, auf die Du mich hinweist, sei Dir gedankt, aber das ist nicht so, dass Du den Text nicht lesen und verstehen konntest deswegen?

Ich bin noch Mal diesem Beitrag durchgegangen und habe die Feinheiten Dir zu liebe verbessert. Von mir aus kannst Du mich auf die Fehler weier hinweisen, die noch übrig geblieben sind: Welche sind das nun genau?

Habe wie jetzt neben dem Hauptsächlichem Lernen zwischendurch dieses hier gemacht und da passieren einige Tippfehler, die man mir nicht so anlasten sollte. Verstehst, wie ich das meine.

Aber es wäre schade, wenn der Inhalt Dir nicht zugesagt hat und Du deswegen dies als einen Vorwand nimmst.

Aber ich hoffe auch, dass wir alle wie Gelehrte die Geschichte nicht verleugnen und zugeben, dass auch viele Yeziden gerade auch in ihrer Geschichte von den moslemischen Kurden -also innerhalb- Schaden und Ünterdrückung und Progrome erfahren haben.

Wir müssen aus der Geschichte lernen und uns sollte man netterweise wenigstens wertschätzen lernen und uns so nehmen nicht nur als Religion, sondern viel mehr als die Urkurden. Das wäre viel erfreulicher und menschlicher als nur von vielen von oben herab als eine kleine Minderheit gesehen u behandelt zu werden.

Die Geschichte zeigt, dass viele von den Yeziden abgespaltet sind und nicht wir vom Kurdentum. Die Yeziden werden und sind ihm treu geblieben. Aber viele anderen, wie die moslemischen oder Zarathustrie nicht.

Gruss

Hakimi Luqman

Bild von Abdul

Ich habe jetzt zwischendurch aufgeört zu lesen, weil der Text einer dringenden Korrektur bedarf. So ist er nur schwer verständlich und noch schwieriger zu lesen. Da es aber dein Text ist, frage ich nun, ob ich den Text mal kurz überfleiegen soll. Ich würde nur an Grammatik und Rechtschreibung etwas verbessern.