Das Amt für Integration und interkulturelle Angelegenheiten und Bielefelder Yeziden organisieren eine weitere wichtige Informationsveranstaltung, die sich vor allem an Pädagogen, Multiplikatoren und weitere Interessierte richtet.
Das Thema:
Yeziden zwischen Tradition und Integration -
Familiäre Konflikte und Lösungsmöglichkeiten
Mit einem Vortrag von Dr. Jan Ilhan Kizilhan ,
Universität Freiburg - Institut für Psychologie,
Abt. für Rehabilitationspsychologie und Psychotherapie
Dienstag, 16.09.2008, 18 Uhr,
Rochdale - Raum, 2. Etage, Altes Rathaus
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Wo sind die bzw. unsere Lehrämter, Pädagogen bzw.
Multiplikatoren auch angehende Interessierte, die an dieser Veranstaltung teilnehmen??? Traut Euch, denn dabei sein ist alles und der Anfang einer aktiven Auseinandersetzung mit dieser Thematik bzw. Yezidentum!!
Die Stadt Bielefeld hat sich mit einem Arbeitskreis von yezidischen Kurden die Mühe gemacht und freut sich über Interessierte und vor allem kommt da hin und bewegt da was mit und bleibt nicht passiv!!
Hiermit wird offiziell eingeladen von nah und fern:
In Bielefeld lebt seit Ende der 1980er Jahre eine der bundesweit größten Gemeinschaften der Yeziden. Sie stammen aus der Türkei, Syrien, dem Irak, Georgien oder Armenien.
Im Integrationsprozess und unter den veränderten Lebensbedingungen geraten die gewohnten Strukturen und das Selbstverständnis der Familien zunehmend ins Wanken.
Diese Entwicklung führt häufig zu unvorhersehbaren Reaktionen. Mehr und mehr Jugendliche, die hier geboren und aufgewachsen sind, versuchen aus diesen Strukturen auszubrechen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen, das u. a. die freie Wahl des Ehepartners – auch außerhalb der religiösen Gemeinschaft – einschließt. Sie lehnen die traditionellen Elemente der wie etwa das Brautgeld oder die Blutrache ab.
Dr. Kizilhan wird zunächst einige allgemeine Informationen zum Yezidentum geben und im Weiteren auf die familiären Konflikte bzw. Generationskonflikte eingehen, mit denen sich auch die Beratungsdienste, Jugendbehörden und Schulen zunehmend konfrontiert sehen, und mögliche Lösungswege aufzeigen.
Mit herzlichen Grüßen und ein herzliches willkommen
Amt für Integration und interkulturelle Angelegenheiten
Bielefeld und Arbeitskreis der Yeziden
Pss: Wie ist Eure Meinung dazu über solche Veranstaltung und wie reißvoll und wichtig sind Sie für Euch alle? Was für Themen findet Ihr noch wichtig und notwendig?
Mit besten Grüßen und Wünschen noch mal, dass viele von Euch da teilnehmen. Schaden kann es nicht für Euch und uns!!
Hakimi_L
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Einen herzlichen Tag heval Luqman. Dr. Ilhan Kizilhan ist ein renommierter Wissenschaftler, der sehr viele Kenntnisse über soziokulturelle Strukturen der kurdischen Gesellschaft hat.
Heval Luqman wir planen fürs WinterSemester, einen kurdischen kultur Tag in der Unihalle zu organisieren. Es wäre informativ wenn du dich vielleicht auch beteiligen kannst und gegebenenfalls einen kleinen Infostand über Yeziden aufstellen könntest.
Aber weitere Details können wir noch besprechen….
Silav…
__________________________Ji Bo Kurdistan
Veranstaltungsbericht!!
@Alle
Dachte habe hier auch schon ein Bericht der o.g Veranstaltung reingestellt. Wenn auch noch nicht, aber lieber zu spät als garnicht!!
Ich denke solche Veranstaltungen sind noch Heute sehr Aktuell und sollten von uns angehenden Akademiker/Gelehrte organisiert und verfolgt werden.
Dir zu Liebe Bruder Özkan und auch Eshat komme ich dem Heute nach und eine Wiedergutmachung, der Bericht ist sehr ausführlich gehalten von mir:
Bielefeld/Deutschland(Verf. Hakimi_Luqman)
Am Dienstag, den 16.9. 2008, gab es im Alten Rathaus in Bielefeld eine folge Veranstaltung “Yeziden zwischen Tradition und Integration”. Schwerpunktthema war: „Familiäre Konflikte und Lösungsmöglichkeiten.“ (siehe Flyer links)[>Leider konnte der Flyer Format pdf nich hochgeladen werden].
Die Veranstaltung, die vom Amt für Integration und interkulturelle Angelegenheiten der Stadt Bielefeld mit dem Arbeitskreis Yeziden in Bielefeld(AG der Yeziden) organisiert wurde, begann mit einer kurzen Begrüßung und Vorstellung des Referenten durch Frau Grewe (Integrationsbeauftragte).
Im Anschluss begann u appellierte der Leiter des Amtes für Integration und interkulturelle Angelegenheiten, Herr Voßhans, in seiner Einführung dazu auf, gemeinsam gegen Konflikte, wie es sie in der Vergangenheit bei Yeziden in Bielefeld bereits gegeben hatte, vorzugehen. In einer pluralischtische Gesellschaft müssten die Yeziden und genauso andere Bielefelder Mitbürgern sich zu Recht finden. Alte und vor allem überholte und nicht zeitgemäße soziale, z. T. auch gegen die Werteordnung des Grundgesetzes verstoßende Strukturen und Traditionen müssen aufgegeben werden. Vor allem nannte er in diesem Zusammenhang das Brautgeld und die Blutfehde als große Hindernisse der Integration bei Yeziden, die mit Menschen- und Grundrechten nicht vereinbar seien. Dieser Auffassung sind auch viele der yezidische Mitbürger. Deswegen versucht man seitens der Stadt Bielefeld präventiv, z. B. mit Hilfe von solchen Veranstaltungen dieser Art, über das Yezidentum aufzuklären und zu informieren und Lösungswege gemeinsam aufzuzeigen; speziell für und mit Pädagogen, Multiplikatoren und weitere Interessierte. Er betonte auch, dass die yezidische Gemeinden in ihren Herkunftsländern mehrerer Vertreibungen ausgesetzt waren und viele gerade nach Deutschland eingewandert wären, insbesondere nach Bielefeld, Celle, Oldenburg, Hannover etc. Einige seien als Flüchtlinge, andere als AsylantInnen, wiederum andere als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Eine sinnvolle Kooperation bzw. ein aktiver, kontinuierlicher Dialog sei notwendig, in dem mit yezidischen Vertretern Strukturen/Konzepte herausgearbeitet werden müsste, damit Integration und ein Zusammenleben ermöglicht wird und Konflikte im Keime erstickt würden.
Das Wort wurde alsdann an den Referent Dr. Jan Ilhan Kizilhan (Psychologe) von der Universität Freiburg übergeben. Dr. Kizilhan begrüßte die zahlreichen Gäste bzw. Teilnehmerinnen und Teilnehmer und begann dort, wo die letzten Veranstaltung am 07.05.2008 im Neues Rathaus in Bielefeld aufgehört hatte, bei den fundamentalen Glaubensgrundlagen des Ezidentums. Er stellte die wesentlichen Aspekte dar, da dies für seine weiteren Ausführung zunächst von Bedeutung waren, indem er auf das Heiligtum der Yeziden einging und auf das Jahr 1162 n. Chr. Im Verlauf wurde der Begriff Ezidî erklärt und es wurden die Siedlungsgebiete der Yeziden benannt. Er betonte, dass ein Großteil der Yeziden hier in Deutschland aus der Türkei herstamme. Offiziell leben noch 342 Yeziden in der Türkei. Als ausgestorben gelten Sie dort.
Auch ging er auf die altpersische Religion der Zoroastrier ein, wie Sie von Nietzsche erwähnt wird.
Inwieweit gehörten sie dem Yezidentum an bzw. welche Bezugspunkte gibt es zwischen beiden?
Ein Großteil der Zarathustrier (kurdisch Zerdesht) ist nach Kizilhan nach Bombay ausgewandert. Schließlich ging er anhand von Skizzen und Abbildung in seiner Power Point Präsentation auf Beziehungen von Yezidentum mit anderen Religionen im Nahen und Mittleren Osten ein:
1) Yeziden und Mithras(Sonnenkult)
2) Yeziden und Yarasan(Ahl i Haqq)
3) Yeziden und Zoroastrierismus(kurdisch Zerdesht)
4) Yeziden und Aleviten
Es wurde das bekannte Abbild bzw. Symbol Engel-Mensch Gestallt von Zarathustra ausführlich von ihm erläutert. Anhand der Geschichte der Kurden sind alle Yeziden Kurden. Yeziden haben aber eine eigene soziokulturelle Gemeinschaft. Hauptsächlich waren Sie in der Türkei Viehzüchter und Bauern. Die Yeziden wurden gewaltsam zum Islam bekehrt. Heute leben schätzungsweise 45.000 Yeziden in Deutschland, so Kizilhan. Es gibt aber leider bisher keine genaueren statistischen Daten von der Zahl der hier lebenden Yeziden. Es wäre an der Zeit, so sein Appell und das wäre auch empfehlenswert, eine Datenerhebung über die Yeziden in dieser Richtung zu machen, so Kizilhan. Das Leben von Yeziden soll durch Flucht und Vertreibung und ca. 73. Genozide geprägt gewesen sein. Das aktuellste Massaker(Pogrom) fand kürzlich im Irak/Shingal 2007 statt.
Wie geht es weiter mit Ihnen hier?
In der Öffentlichkeit sollte man sich hier öffnen, um der Assimilierung entgegen zu wirken. Hier sind die Yeziden noch am Anfang. Das ist aber auch gleichzeitig der Wendepunkt zur Existenz oder Verschmelzung ihres Lebens. Durch die Genozide hat sich historisch bis Heute ein Trauma gebildet. Die Genozide waren gezielte Angriffe der Gegner des Yezidentum, wie z. B. das Aktuelle im Irak. Die Yeziden sind immer noch interessante Wähler im Irak. Sie sind in ihrem Verhalten traumatisiert, dass sogar ihre Kinder auch dazu neigen. Das sei ein kollektives Symptom dieses Volkes. Mit dem Begriff „Transgenaration“ wurde dies von Herrn Kizilhan verdeutlicht. Als banales Beispiel führte er noch das bis jetzt angeführte tabu “die blaue Farbe”! an. Nur die Wenigsten wüssten, dass das Verbot bzw. die Abneigung der “blauen” Farbe auf das 15 Jh. v. Chr. zurückgehe und damals ein Angriff von blau uniformierten Soldaten/Heer auf das Heiligtum Lalish gewesen sei, wo viele damals umgekommen seien.
Es gibt zwei Überlebensstrategien
Zum einen Expansion und Missionierung (z.B. Islam und Christentum), zum anderen innere Isolation (Yeziden bis zur Migration nach Deutschland). Es war dadurch ein Kulturschock, sich von dem archaischen - patriarchischen System zu lösen und hier eine andere Richtung einzuschlagen. Nach Ansicht von Kizilhan ist die yezidische Frau die Bewahrerin des Yezidentums. Man sollte Sie fragen, wenn es um kulturelle bzw. religiöse Fragen geht. Weiterhin die “Qewals” (Priester, religiöse Erzähler von Mythen und Sagen). Die Mythen(Qewl´s= religiöse Texte) wurden mündlich von Generation zur Generation weitergeben vom Vater auf den Sohn. Das hat das Yezidentum am Leben erhalten. Hiernach ist er auf die hierarchische Ordnung im Yezidentum eingegangen (Gesellschaftliche Ordnung bzw. Verhältnis), das seit 1162 n. Chr. mit dem Reformer von Sheikh Adi besteht. Das verdeutlichter er mit einer Abbildung:
Mir(Prinz, Fürst) Weltliches Oberhaupt; Pismirs; Babashekh(Vater des Sheikhs); Peshimam;Sheikh(Prister ab Sheikh Adi); Pîr (Priester Alt); Qewals(Priester /Erzähler v religiösen Texten); Kocek (Kochek ähnlich wie ein Schamane (Wundheiler und Wahrsager); Feqir; Micewir; Kebani; Murid
Hiernach wurde auf die soziale Organisation und Identität eingegangen. Es gibt einen bestimmten Platz bei den Yeziden in der sozialen Hierarchie eines Jeden. Die Verhältnisse zueinander verpflichten zur Loyalität. Durch Geburt beider yezidischen Elternteile hat man seinen Platz im System und dementsprechend hat jeder gleichermaßen Pflichten und Aufgaben zu erfüllen.
Auf einige Feierlichkeiten wurde ebenso eingegangen: Çarshema sor (rote Mittwoch übersetzt), welches das religiöse Neujahr darstellen soll. Belendan (Belinde) bedeutet Brotverteilung im Dezember zu Ehren der Verstorbenen. Das Ezî-Fest, das Mitte Dezember stattfindet und zuvor es Pflicht eines jeden Yeziden ist, sich an die Fastenzeit zu halten. Von vielen kulturellen und historischen Aspekten und Festen kennt man leider nicht mehr auf Anhieb die Hintergründe.
Die Stammesstrukturen (Stämme/Sippe) haben historisch untereinander konkurriert. Alles ist auf die Groß- bzw. Kleinfamilie gerichtet gewesen. Konflikte zwischen den soziologischen Gruppen waren vorprogrammiert. Konflikte und Instabilität in der traditionellen Gesellschaft ebenso.
Anhand einer Abbildung wurden die Familienstrukturen gezeigt:
-Geschlecht und Alter
- Ältere Schwester
- Älterer Bruder
- Männlich höher positioniert als weiblich
- Oft leben mehre Generation unter einem Dach
> Stammesstrukturen > Großstamm > Sippe >> Großfamilie > Kleinfamilie
Die Erziehung von jugendlichen MigrantInnen im Elternhaus kann auf traditionelle Art und Weise wie bisheriger Verhaltesnormen weitergehen. Das ist wie bisher „kollektive Kultur“; Prinzip der Verantwortlichkeit; Kindererziehung. Konsequenz. Folge davon ist ein autorisiertes Erziehungsprinzip: Flucht von jungen Frauen hauptsächlich aus der Familie, wobei Jungen auch betroffen sind. Ökonomische gesellschaftliche Abhängigkeit, aber auch Missachtung und Diskriminierung der Jugendlichen.
Wichtig ist hier, dem mit viel Informationsaustausch entgegen zu wirken.
Ehrenmorde. Allgegenwärtig der Vergangenheit angehörend. Doch kommen sie in Einzelfällen immer wieder vor. Sogar hier in Bielfeld unter Yeziden.
Religion und Zwangsverheiratung widersprechen sich. Ritus der Vermählung (Ja-Wort) im Beisein eines Geistlichen und zweier Zeugen. Traditionelle Heirat, Folgen der Zwangsverheiratung sind Abhängigkeit - eine moderne Form der Sklaverei.
Konflikte zwischen den Generationen
Identität von jugendlichen MigrantInnen (Herkunftskultur, Neue Kultur und einer Rezidenzkultur). Wichtig, um das alles zu beurteilen, ist die Sprache, Kultur, etwas von der Identitätsfindung bzw. Religion, Tradition und Nation zu wissen. Aber auch das die weitergabe von Transgenerationale Traumata Einfluss hat.
Genauer geht er auf die starke konservative Haltung ein. Es gibt noch Konflikte ethnischer, politischer Einflüsse auf die Generation zugeteilt:
1. Generation (traditionell - Konservativ (in ca. 10-15 Jahren)
2. Generation(Modern Erzkonservativ/ Modern Liberal >>> Eher die Mehrheit - unklare Vorstellung von Leben und Existenz. Bsp. Etwa 1.800 kurdische Jugendliche aus Deutschland haben sich seit den 90er Jahren der PKK angeschlossen und sind in der Türkei oder dem Irak im Kampf gestorben.
3. Generation nach 40. Jahren >geringer Einfluss der ersten Generation, Bildung, Kriminalität weniger
4. Generation ?
Mögliche interne Strategien in der Diaspora - (Abbildung im Uhrzeigersinn) Mittig die Neue yezidische Gemeinschaft in der Migration
Loyalität zur Familie(Bindeglied zwischen Moderne und Tradition > stabile innere Identität
Kommunikationsnetzwerk > Möglichkeiten des Austausches untereinander und miteinander im Migrationsland; mit anderen yezidischen Gemeinden weltweit ebenso
Solidarität und Einheit > “ingroup” Solidarität > Identitätsfindung
Verinnerlichte
Im weiterem erwähnte der Referent demokratisches Bewusstsein als Basis des friedlichen Zusammenlebens. Auch erwähnt er und was ebenso wichtig ist, dass man genug Kenntnisse von Konfliktlösungen in anderen Kulturen weiss, um an das „rationelle Prinzip“ zu gelangen.
Migrationsprozesse: Respekt, Akzeptanz, Wertschätzung, Demokratie
In der anschließend kurzen Podiumsdiskussion kamen Fragen von einem Polizeibeamten auf: Wie geht man bei Konflikten allgemein, aber auch speziell auf Morddrohungen ein?
Wie kann man solche Personen schützen?
Eine andere Frage kam von F. Kurt:
Wie können wir unsere guten Werte bewahren? Andere Nationen bzw. Kulturen blühen hier auf und wir sollen unsere, die wir über 2 – 4tausend Jahren behütet haben, aufgeben? Warum?
Andere Fragen ging dahin:
Warum die Aufnahmegesellschaft (Migration) gescheitert ist und keinen Erfolg bislang hatte?
Ist das ein gesellschaftliches Problem oder betrifft das uns Yeziden speziell?
Eine letzte Frage kam von Hakimi Luqman:
Warum wir gesplittert sind anhand der Begriffe, Yezide, Kurde und modern Europäer? Warum werden wir gegeneinander ausgespielt?
Auf die erste Frage ging der Referent folgendermaßen ein:
Die Drohungen sollte man ernst nehmen und die Familienkenntnisse nutzen, um zu sehen, ob nicht jemand versucht, hieraus Eigennutzen zu ziehen. Wichtig ist dabei die Einschätzung bzw. Prognose, inwieweit der Zustand kritisch ist. Noch wichtiger ist es, Multiplikatoren insbesondere aus der yezidischen Gemeinschaft als Vermittler einzuschalten.
Auf die zweite Frage ging er kurz und knapp ein, und zwar wäre es wichtig, die guten Traditionen und Glaubensgrundlagen weiter zu hüten und zu schützen und die nicht zeitgemäßen zu reformieren, wie das Sheikh Adi es damals getan habe. Kommen wir der Entwicklung nicht entgegen, so wird sich mit der Zeit das alles verselbstständigen - ohne unsere Wollen und Tun.
Auf die letzten Fragen ging er mit einer Anekdote ein:
“Ein Pir der Yeziden soll damals Zarathustra ein Besuch gehalten haben und um das persönliche Gespräch gebeten haben. Als man sein Wunsch nachkam, so bat er beim Zusammentreffen als erster, um ein Glas Milch. Man wunderte sich was er mit dem Glas Milch vorhatte. Als er da noch ein weißes Pulver reinschüttelt war man erschrocken. Daraufhin sprach der Pir zum Zarathustra: “Ich will nicht mehr als das du von diesem Glas Milch probierst.” Alle Diener waren in Sorge und konnten sich nicht vorstellen was das weiße Pulver war. Doch Zarathustra scheute sich nicht und war vom guten des Menschen überzeugt und glaubte an die guten Taten des Menschen und trank das eingerührte Getränk. Sodann sprach Zarathustra: “Wie wohl es im bekommen hat und so süß und herzlich im das geschmeckt hat.” Daraufhin sagte der yezidische Pîr, das wenn er das Yezidentum bzw. die Yeziden als Freunde und Verbündete lässt wird Er sodann Ihre Freundschaft immer diesen süßen und herrlichen Beigeschmack sein ganzes Leben mit ihnen führen bzw. haben.”
Zum Schluss wurde betont, dass jeder Yezide und nicht Yezide nach seinen Pflichten, seinem Selbstbeitrag und sich in seiner Bildung stärken sollte, um das Yezidentum positiv zu prägen und zu beeinflussen.
Es wurde von den Veranstaltern bekannt geben, dass diese Veranstaltungsreihe Anfang Dezember fortgeführt werden soll, und dann werden sich in den Fasten- und Feiertagen alle yezidischen Vertreter in Bielefeld und Umgebung vorstellen und miteinander diskutieren. Der genaue Termin wird durch die Medien und durch Flyer bekannt geben.
Bemerkung bzw. Feedback:
Es waren ca. 100 Zuhörerinnen bzw. Zuhörer anwesend. Davon mehrheitlich Deutsche. Im Großen und Ganze ein informativer Abend, aber wünschenswert wäre, wenn viel mehr Platz für Diskussionen in Zukunft gelassen würden. Der Referent hatte seinen Vortrag sehr interessant rübergebracht, aber manchmal zu schnell und gehetzt artikuliert, denke lag vielleicht auch an der Zeitangabe der Veranstaltungen insgesamt. Es war für einige schwer, aktiv zuzuhören. In Zukunft wünscht man sich von solchen Veranstaltung von der Passivität der Teilnehmer sich langsam zu lösen. Vom reinen Hören hat man genug bekommen. Denkbar wäre, weitere bzw. mehrere Veranstaltungen dieser Art einander zu reihen und das Publikum aktiver mitzubeteiligen und in kleine Arbeitsgruppen einzuteilen. Wäre schön in Zukunft so zu vorzugehen. Damit einhergeht, dass man sich als Teilnehmer aktiver beteiligt und so eine Reihe von Themen mitwirkt, um ausführlicher auf Themen zum Ezidentum und zur Integration beiträgt.
Es ist nennenswert zu sagen, dass der bekannte yezidische Schriftsteller Selim Bicuk auch unter den Gästen war.
Bielefeld, 18.9. 2008, (Verf. Hakimi Luqman)
Mit gelehrten Grüßen
Hakimi Luqman
Salam,
ich konnte leider nicht an der Mitgliedsversammlung teilnehmen, weil ich sehr kurzfristig benachrichtigt wurde und daher mich noch sehr weit von der Uni befand. Ist es vielleicht möglich eine kleine Zusammenfassung von dem Treffen zu bekommen, was besprochen und was entschieden wurde? Gibt es eventuell wichtige Termine und/oder Treffen die anstehen?
Ich bedaure sehr, nicht selbst an der Sitzung teilgenommen zu haben.
Silav
Píroz
salam zusammen haval
@Özkan
es freut mich zu hören, dass es vllt demnächst ein kurdischkurs an der uni bielefeld geben soll. ich habe vor jahren eine zeitlang ein kurdischkurs besucht, aber leider ist das jetzt etwas eingerostet.
deshalb meine frage an dich Bra:
ist es schon sicher, dass solch ein kurs zustande kommt oder steht das immer noch zur diskussion?
wenn dieser kurs statt finden sollte, wer ist berechtigt daran teilzunehemn? gibt es bestimmte voraussetzungen oder kann jeder der interesse hat einfach mal vorbei schauen?
slav
@Hakimi:
Ich saß dann zwei Reihen hinter dir ganz außen mit meiner Frau.
Kann mich leider nicht an dich erinnern.
Ja ich bin Denwani und Ferhun ist mein Onkel.
Auch alle anderen die nennst, kenne ich und bin verwandt, daher auch der Nachname Cakar.
Der verein in Oldenburg ist mit Abstand einer der besten.
Ich habe zwar gehört, dass sie durch die Partei unterstütz werden, dennoch stimme ich dir in allen Punkten voll zu, die unterstützen jeden, der sich für die Religion einsetzt.
Leider konnte ich an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen, hab es zeitlich nicht mehr geschafft. Bin froh das zumindest einer von uns dabei seien konnte, Spas Bra Eshat.
Heval Hakim es wäre sehr schön wenn du einen kurzen bericht über diese Veranstaltung machen könntest.
Zum Kurdischkurs;
Also wir haben leider bis jetzt keinen geeigneten kurdisch Lehrer aufgefunden. Deswegen haben wir beschlossen, dass wir durch eigene Initiative einen kurdisch Kurs anbieten werden.
Natürlich ist dies nur eine provisorische Maßnahme, bis wir einen geeigneten Lehrer finden.
Wenn deine kurdisch Kenntnisse gut sind, könntest du uns beim Unterricht behilflich sein Kêk Hakîm….
Provisorischer kurdisch Kurs ab WS 08/09 an der Universität Bielefeld.
__________________________Ji Bo Kurdistan
Kek Eshat
Freud mich, dass Du da warst und die Veranstaltung Dir auch gefallen hat.
Wie kommt es, dass Du hier einer der Admin bist und nicht diese Einladung gesehen hast???
Die Einladung auf der Homepage von "Mala Ezidiya li Oldenburg" (www.yeziden.de) hatte ich auch gebeten gehabt zu veröffentlichen, Meiner Bitte sind sie schnell nachgekommen und nicht wie andere unser yezidischen Vereine hier in Bielefeld! An dieser Stelle noch Mal: Vielen herzlichen Dank nach Oldenburg an Telim Tolan(Vorstand) und Ilyas Yanc(Admin der Homepage und ehrenamlicher) dort.
Dieser Verein in Oldenburg, so sieht es aus ist einer der ehrlich sehr kooperativ und geschätzten Vereine und macht keinen Unterschiede und ist neutral. Sie sind auch im Zentralrat der Eziden tätigen. Meine Anerkennung haben Sie schon ohne die anderen Vereine und Gemeinden woanders schlecht darzustellen. Xismeta wan jî qebul. wwww. yeziden.de haben aus meiner langrährigen Erfahrung sich für Jede(n) eingesetzt, der sich für yezidische Belangen interessiert und kümmert, egal welche Nation und Partei etc er oder sie angehört. Die machen keinen unterschied.
Doch bei den anderen yezidische Vereine bin ich mir nicht sicher, die auch eine Homepage haben, haben es einfach nicht geschaftt diese Einladung auf Ihrer Seite leider zu veröffentlichen.
Die sind wie gesagt nicht so wie die yezidische Gemeinde in Oldenburg kooperativ und vor allem neutral.
Vor allem ist es sehr traurig, dass Sie noch nicht Mal auf die persönliche Einladung reagiert haben, wie Du jetzt. Die haben bewusst die Einladung nicht veröffentlicht. Das war nicht das erste Mal.
Sie sind nur auf sich bedacht und nur auf ihre paar Mitglieder mehr auch nicht hat es den Anschein. Warum haben Sie sonst nicht von sich hören lassen, geschweige auf Ihrer Seite die Einladung veöffentlicht????
Insbesodere sind zu nennen:
wwww-Kaniya-sipi.de
wwww.dergush.com
Eshat Dir sei der Dank herzlich ausgesprochen für Deine Rückmeldung.
Meinst Du das Buch von 1997 von Herr Kizilhan??
Ich habe Dich leide auch noch nicht gesehen bzw. wir kennen uns auch noch nicht, aber ich saß in der zweiten Reihe zum Eingang hin neben den berühmten yezidisch kurdischen Schriftsteller Selim ê Bicuk(den kennst du bestimmt?) und Ferhun Kurt.
Kann es sein, dass Du "Denwankî bist und verwandt mit Ferhun oder mehr glaube ich osman, Feyzi, Xelaf etc. Cakar bist?? Einen von Deine Cousenks aus Herford habe ich kurz dort gesprochen oder warst Du es selber?
Falls interesse besteht werde ich so bald wie möglich die Tage einen Bericht von der Veranstaltung machen und Euch anbieten hier zu veröffentlichen.
Noch eine Frage welche Yeziden und allgemein unserere unter unsere Kurden Brüder und Schwestern(aber auch Deutsche, Türken etc.) hätten interesse kurdisch als Fremdsprache bzw. Kurdische Sprachekurs(Seminar in der Uni Bielefeld zu besuchen??
Könntet Ihr nicht das Mal organisieren, wie sie das auch an der Universität in Bonn gemacht haben? (Herzliche Grüße nach Bonn und viel Erfolg und mein Dank dahin!! Macht weier so)
Mfg
Hakimi_Luqman
Ich war dort, un es war mit Abstand einer der besten Vorträge über das Yezidentum.
Ilhan Kizilahn's Buch: Das Yezidentum hat mich schon damals gewonnen.
Der Vortrag mit anschließender Diskussion hat genau 2 Std. gedauert und es war eine Fülle von Information, so dass es nicht einfach ist, alles hier zu erwähnen.
Im Dezemeber wird die Veranstaltung fortgeführt.
Leider habe ich von der Veranstaltung auf www.yeziden.de erfahren, also nicht von dieser Seite. Andernfalls hätten wir uns unterhalten können Hakimi.
Wo genau saßt Du ?
Keke hêja Özkan
Danke erstmal für Deinen lebhaften Kommentar.
Wo das stattfindet? Ist doch in der Einladung zu ersehen oder nicht:
Dienstag, 16.09.2008, 18 Uhr,
Rochdale - Raum, 2. Etage, Altes Rathaus
Doch für die Leute die sich in Bielefeld nicht auskennen:
Der Raum ist im Alten Rathaus und in der zweiten Etage!!
Wenn Du bis zur zweiten Etage geschafft hast Özkan wirst Du es nicht verfehlen Bruder.
Ich hoffe, dass Du Dich in Bielefeld bißchen auskennst und Du weisst wo die Bürgerberatung also das Neue Rathaus ist. Daneben auf der Rechten Seite ist der Eingang, wenn Du von der Haltestelle Rathaus draufguckst oder links vom Theater.
Auf Deine konstruktive Kritik stimme ich Dir zu: Man musste an seine positiven Traditionen und Glaubensstrukturen festhalten und arbeiten und einige wenige aufglockern bzw. für diese Zeitepoche neu formulieren. Das dies schwierig ist hat uns die Geschichte gezeigt. Doch denke ich, dass es wichtig ist, dass wir nur gemeinsam ans Ziel kommen, wenn alle Interessierten und Betroffenen mithelfen. Wichtig ist aber nicht den "Tau" so stark oder so falsch zu ziehen, dass es reißt oder in einer anderen Richtung gelenkt wird kekê hêja.
Mfg
hakimi_L
Vorerst herzlich Willkommen zur KurdSV.....
Ich begrüsse solche Veranstaltungen vom ganzen Herzen.
Die traditionelle Lebensweise im Bezug zur der europäischen Gesellschaft, stellt schon paar Problematiken auf, in der Yezidischen Gesellschaft. Nun solche Probleme müssen besprochen werden, nur so kann man einen Nenner finden.
Die interne Lebensweise der Yezîden ist sehr Tradition bedingt. Nun dies ist ganz gewiss keine negative Eigenschaft, doch man müsste auch für neue Geschehnisse offen sein und dies fehlt nach meiner Ansicht bei der yezidischen Gesellschaft.
P.S. wo genau findet dieser Vortrag statt??? Rochdale ist nach meinem kenntnissen eine Stadt in Nordwestengland????
__________________________Ji Bo Kurdistan