Das Alewitentum

Alewitentum der unbekannte Schatz

Etymologisch betrachtet, müssten man den Ursprung von Alewitentum im Islam suchen, weil das Wort Elewi die kurdische Version ‘des arabischen Wortes ‘ ‘Alawi (Anhänger)Alis, Alide ist damit bezeichnet man den Kalif Ali ibn Abu Talib(der Schwiegersohn von Propheten Muhammed).

Was Alewitentum ist und wohin es sich begibt, wird von allen Seiten diskutiert. Was bei diesen Diskussionen zu kritisieren ist das sie keinen Wissenschaftlichen Anhaltspunkt haben, jeder gibt von sich etwas raus. Durch die Legalisierung, fand eine Veröffentlichung der Alewiten statt, die leider sehr uneinig waren. Die Älteren sind der Meinung das Alewitentum zum Islam gehört, sogar der Ursprung wäre. Eine andere Ansicht ist das, dass Alewitentum eine Selbstständige Religion darstellt aber sich durch den Islam beeinflusst hat. Es gibt noch eine weitere Meinung, die das Alewitentum als einen Lebensstil und Lebensphilosophie Betrachten.

Nun man sollte erst klarstellen das Alewitentum eine Religion ist. Im laufe der Menschlichen Geschichte haben zweierlei Religionen Arten sich gebildet, einmal die sogenannten Naturreligionen und die Monotheistischen (Islam, Christentum, Judentum) Religionen.
Alewitentum müsste man zu der Naturreligionen Kategorie zufügen, die wenig mit dem Monotheistische Religionen zu tun hat. Viele Menschen verbinden mit der Religion, die Monotheistischen Religionen. Dementsprechend werden die Alewiten immer nach einem Gott und Propheten befragt. Aber man muss in klaren sein das es noch Naturreligionen wie Alewitentum existieren.
Um zu Verstehen was Alewitentum ist muss man die Ursprünge dieser Religion gut kennen.

Betrachten wir mal die Erste These das Alewitentum zum Islam gehöre.
Wer sich ein wenig mit dem Islam beschäftigt, hat sicher schon etwas über die so genannten fünf Säulen des Islam gehört. Die fünf Säulen der islamischen Glaubenspraxis sind:
1. das Glaubensbekenntnis
2. fünfmaliges tägliches rituelles Gebet
3. das Fasten während des Ramadans
4. Almosen geben
5. eine Pilgerreise nach Mekka
Des Weiteren will ich deutlich machen was für Ernorme Unterschiede zwischen Islam und Alewitentum bestehen.
• Glaubensbekenntnis: Viele der Alewiten haben einen sehr offen definierten Gottesbegriff wie etwa: „Gott besteht aus allen Dingen des Universums.“ Oder: „Gott ist eine undefinierte Kraft oder Macht“. Viele von ihnen interpretieren deshalb auch das moslemische Glaubensbekenntnis, welches besagt: „Es gibt keinen Gott als Allah, und Mohammed ist der Prophet Gottes“, sehr unterschiedlich. Für viele von ihnen ist es auch viel wichtiger, in welcher Weise ein Mensch mit seinen Mitmenschen umgeht, wie etwa die korrekte Theologie zu haben.
• Rituelles Gebet: Es gibt kaum einen Alewiten der fünfmal täglich in der Moschee betet und auch das Freitagsgebet wird kaum besucht. Alewiten treffen sich in speziellen Versammlungen zur Anbetung und zum gemeinsamen Gebet. Damit ist der Sogenannte Cem(krd. Zusammen) gemeint, eine Religiöse Zeremonie. Dabei treten sie in eine tiefere geistliche Beziehung zu dem Leiter und zu Gott. Teilnehmen können nur diejenigen, die persönliche Sünden bekannt haben und sich, wo es Streit gab, versöhnt haben. Es wird dabei von ihnen auch nicht die rituelle Waschung vorgenommen. Die meisten Alewiten sagen, dass die innere Reinigung wichtiger wie die äußere ist.
• Fasten: Die meisten Alewiten nehmen nicht am 30tägigen Fasten während des Ramadanmonats teil. Ihre wichtigste Fastenzeit sind die ersten 12 Tage des moslemischen Monats Muharrem , der 20 Tage nach dem Opferfest beginnt. Es gibt auch noch eine Fastenzeit vom 13.–15. Februar.
• Almosen: Es gibt keine festgelegte Summe oder Prozentsatz, die ein Alewit als Almosen geben sollte.
Es wird im allgemeinen Essen oder ein Opferschaf gegeben, das gemeinsam mit Gästen oder anderen Versammlungsteilnehmern verzehrt wird. Es wird aber auch Geld für Arme oder an Organisationen oder Zentren der Alewiten gegeben um religiöse, kulturelle Aktivitäten zu unterstützen oder auch um Ausbildung zu fördern.

• Pilgerreise: die Pilgerreise nach Mekka wird von den Alewiten nicht durchgeführt. Sie besuchen jedoch recht häufig die Gräber von alewitischen Heiligen.
Durch Theologischen sowohl Wissenschaftlichen Forschungen, ist es über die Jahre deutlich geworden, dass wir nicht von einer allgemeinen Theologie ausgehen können, weil diese individuell sehr unterschiedlich ist. Hier ein paar Rituale die eine tiefe Theologische Bedeutung haben:
1. Kerzen an Gräbern von verstorbenen Heiligen anzünden
2. Küssen der Türen von heiligen Räumen oder Grabumrandungen
3. nicht auf die Schwellen von heiligen Räumen treten
4. Gebete von Heilern suchen
5. Gebete auf Stofffetzen oder Papier schreiben und an Bäume binden, die als besonders geistlich wirksam angesehen werden.

Wie man sieht bestehen kaum Ähnlichkeiten mit der Theologie dieser Beiden Religionen. Man muss bedenken dass die Meisten Alewiten den Namen Islam zu sich genommen haben um Schutz von den Osmanen, Araber und Perser zu finden. Ein Sogenannter Schutzname. Beispiel; Bei der Frage zu welcher Religionszugehörigkeit man gehört, kommt folgende Antwort „Elhamdüllah Müslümanim“(das soviel wie „Gott sei Dank, bin Moslem „ bedeutet) Grund dafür ist, wie ich schon erwähnt habe, einen Schutz zu Suchen indem man sich als Moslem Preis gibt. Der Name Alewi wurde auch wegen diesen Schutz vor Maßnahmen übernommen, die früheren Bezeichnungen der Kurdischen Alewiten hießen folgend; Haq al, Ezdan, Yarisdan.

Man sollte das Alewitentum im Engelskult Religionen Aufsuchen.
Es gibt heute noch drei Variationen des Engelskultes: Yezidivismus, Alewismus und Yarsanismus.

Während diese Religionen bis vor kurzer Zeit aus Gründen der Sicherheit und des Überlebens geheim gehalten wurden, werden sie heute weit offener ausgeübt. Sie werden von Gelehrten untersucht und in den Zusammenhang der großen Religionen gestellt.

Der Engelskult ist die kurdische Religion par excellence(erste). Und man kann in den kurdischen Gebieten die wichtigsten Gemeinden des Kultes finden: in der östlichen Türkei, im Iran (in der Gegend von Kermanshah), im nördlichen Irak (in den Regionen von Mossul und Jebel Sinjar) und im Norden von Syrien um Aleppo und Qameshli. Es gibt außerdem noch große Exilgemeinden in Deutschland, den Vereinigten Staaten und sogar in Australien.

Obwohl Alewiten oft als Anhänger eines Schiismus, geprägt vom Sufismus, angesehen werden, haben die Alewiten wenig mit dem Islam zu tun: sie sind Anhänger des Engelskults. Ihre Religion kennzeichnet sich besonders durch Humanismus und liberale Sozialverhaltensformen, die weit entfernt von denen des traditionellen Islam sind. So stellen sie Mann und Frau gleich. Sie befolgen nicht unbedingt das Fasten im Ramadan.

Ihre religiösen Riten, die oft von Tänzen und mystischer Musik begleitet werden, finden an “Versammlungsplätzen”, den Cem statt, die keine Moscheen sind, im Beisein von Religionsoberhäuptern, die Dede oder Seyid genannt werden. Da sie keine heiligen Bücher haben, achten sie sowohl die Thora als auch den Koran und das Evangelium. Sie glauben an fünf Engel, 12 Gottesgesandte und 40 Propheten als Vermittler zwischen Gott und den Menschen. “Rote Häupter”(Kizibas) genannt, findet man sie besonders in Anatolien, in den Provinzen Siwas, Diyarbekir und Kharpout.

Nach neuesten Schätzungen sollen die kurdischen und nichtkurdischen Alewiten zurzeit mehr als 25% der türkischen Bevölkerung ausmachen. Eine Behauptung, die schwer zu überprüfen ist, da die Alewiten oft größte Zurückhaltung wahren: die Zeiten sind noch gar nicht so lange her, als das ottomanische Reich (offiziell sunnitisch), das den ganzen Vorderen Orient kontrollierte, den Alevismus verdammte und wahre Massaker unter seinen Anhängern anrichtete.

Heute haben sich die Dinge geändert, aber der Alewismus ist immer noch in Verruf in den führenden sunnitschen Kreisen. Mehrheitlich der sufistischen Glaubensrichtung der Bektâschi (oder Baktâschi) angehörend, treffen sich die alewitischen Kurden anlässlich bedeutender Festlichkeiten, wie der in Hacibektas, einer Stadt in Zentralanatolien, zu Ehren von Hacibektas, dem Gründer der Glaubensrichtung und einer der wichtigsten Geistesveränderer (Spirit Avatar) für die Alewiten.

Zwar ist es möglich die Geburt des Christentum, Islam, Buddhismus und sogar des Judentums zu erklären, aber die Ursprünge des Engelkultes liegen im Dunkeln. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde dieser Kult von Westsibirien durch die Indoeuropäer am Ende des Neolithiums (im dritten bis zweiten Jahrtausend v. Chr.) in den mittleren Osten gebracht, als diese nach Europa, Nordindien und den mittleren Osten wanderten. Diese Religion war vielleicht die erste monotheistische Religion und hatte definitiv einen Einfluss auf die anderen großen Religionen.

Paradoxerweise modifizierten diese späteren Religionen den Engelskult, der als Universalreligion offen war, im Sinne einer stärkeren Abgrenzung. Im Engelskult musste jeder Gläubige geachtet werden, gleichgültig was sein Glaube war, weil er ein gläubiger Mensch war. Und seine Religion verdient deshalb Respekt und könnte am Ende sogar teilweise oder ganz in den ursprünglichen Kult aufgenommen werden.

Anhänger des Kultes glauben an einen universalen Geist, der das materielle Universum geschaffen hatte, nachdem er sich selbst erschaffen hatte. Danach gebar er sieben engelhafte Geschöpfe, Lichtgestalten, die dafür verantwortlich waren, das Universum vor den sieben Mächten der Dunkelheit zu schützen. Die Anhänger des Glaubens glaubten an Seelenwanderung und vielfache Wiedergeburten. Diese Seelenwanderung gilt auch für den universalen Geist in der Form von sieben Avatars, die auch geringere Avatars einschließen. Im 20. Jahrhundert sind drei geringere Avatars bekannt: Scheich Ahmed Barzani, Suleiman Murslid und Nurali Ilahi.

Wie schon erwähnt ist es sehr Schwierig, ganz genau zu sagen was das Alewitentum ist. Aber eins darf man sagen was auch von der Wissenschaft Unterstützt wird. Alewitentum ist die Theologische Weiterführung von den alten Mesopotamischen Naturreligionen, viele Wissenschaftler führen dies zum Zarathustra(Zêrdüstî). Nun diese Problematik kann man schlecht mit paar Versen aufstellen, die Falsifizierung zum Islam Zugehörigkeit ist ein Schritt, für die wahre Geschichte dieser alten mesopotamischen Religion.

Özkan Aksoy

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Ji Bo Kurdistan

Bild von Dersim

Der Text ähnelt Interview von Mehmet Bayrak. Er sagt auch Alevitentum gehört zu Naturreligionen. Danke für den Artikel.